Jahres-Chronik

Das schweizerische Wettergeschehen im Jahre 2021 wird in die Geschichte eingehen. Die Schweiz erlebte den kältesten Frühling seit über 30 Jahren und die Monate März und April waren sehr niederschlagsarm. Viel Niederschlag und kühle Temperaturen gab es dann im Mai und im Juni brachten viele Gewitter Hagel, Überschwemmungen, Erdrutsche und grosse Schäden. Auch im Juli erreichte das Thermometer oft nur wenig über 20° C.
Unter diesen Voraussetzungen habe ich in diesem Jahr mit der Zucht des Schwalbenschwanzes begonnen. 

März 2021

Einkauf und Pflanzen von Fenchelsetzlingen im Wintergarten. Die Nachttemperaturen im April/Mai waren noch so tief, dass ein Freisetzen im Aussenbereich nicht in Frage kam.


3. Juni 2021

Nachdem wir seit anfangs Juni Schwalbenschwänze im Garten beobachteten, stellte ich die Knollenfenchel in den Aussenbereich: freistehend, sonnig und doch etwas windgeschützt. Nur Stunden später konnte ich ein Weibchen bei der Eiablage beobachten. 

Ein Dutzend etwa ein Millimeter grosse weisslich-gelbe Eier wurden an die Fenchelpflanzen abgelegt. Bis zum Schlüpfen der Räupchen werden etwa sechs Tage vergehen. Kleine Zweiglein mit den Eiern habe ich abgetrennt und in eine Schachtel gelegt.

Das mit Fenchelpflanzen bestückte Aerarium (Netzbehälter für die Raupenzucht) habe ich eingerichtet und vor Regen, Wind und Sonne geschützt an einem günstigen Platz bereitgestellt. Die Raupen vertragen kein direktes Sonnenlicht. Für ein besseres Foto habe ich das Aerarium ins Sonnenlicht gestellt.
Dazu habe ich die automatische Bewässerung aktiviert. Das Aerarium schützt die Raupen vor äusseren Einflüssen, Parasiten, Insekten- und Vogelfrass. So ist die Lebenserwartung der Raupen um ein Vielfaches höher. 


4. - 11. Juni 2021

In den folgenden Tagen sammelte ich etwa zwei Dutzend Eier, welche ich samt den kleinen Zweigen auf die Fenchelpflanzen im Aerarium legte.
Am 11. Juni beobachtete ich die ersten zwei geschlüpften, etwa drei Millimeter grossen Räupchen an den Fenchelpflanzen.  


12. - 30. Juni 2021

Ferienzeit: Guten Mutes verliessen wir unser Zuhause für die geplanten Ferien im Bündnerland. Der Monat Juni entwickelte sich dann aber zu einem währschaften Gewittermonat mit sehr viel Regen, starkem Wind und Hagelzügen durch zwei Drittel der Schweiz. Enorme Schäden waren die Folge. Ich befürchtete das Schlimmste für meine Raupen.  


 1. Juli 2021

Glücklicherweise überstanden meine beiden Aerarien die schlimmen Wetterkapriolen recht gut , auch dank der Hilfe unserer Nachbarn. Das Fazit erfreute mich: Die Fenchel waren von den 22 Raupen fast kahl gefressen und fünf Raupen hatten sich bereits verpuppt. Nach dem Reinigen der Behälter und der Beigabe von frischem Fenchel stellte ich aus Korkenzieher-Hasel gebaute "Verpuppungshilfen" in die Aerarien. Die Raupen fanden allerdings keine Gefallen daran.


3. Juli 2021

In nur drei Wochen haben sich die Raupen mehrmals gehäutet und bald sind sie ebenfalls bereit, sich zu verpuppen.
Die bereits verpuppten fünf Exemplare sind entweder grün oder grau-braun gefärbt und zeigen ab und zu rollende Bewegungen. Das deutet an, dass da drin etwas lebt.

Bilder beachten!


7. Juli 2021

Ich  habe in ein Aerarium zum Fenchel einen Topf mit Dill gestellt, um zu sehen, ob Raupen freiwillig die Futterpflanze wechseln. Zu meiner Überraschung haben am anderen Morgen zwei ausgewachsene Raupen den Dill entdeckt und geniessen nun die «Abwechslung».


11. Juli 2021

Bereits sind zwei Drittel der Raupen verpuppt. Mit Vorliebe hängen sich die Stürzpuppen im oberen Teil des Aerariums auf. Ein buntes Gemisch von grünen und grau-braunen Puppen hängt jetzt im Aerarium. Das Schlüpfen der ersten Falter erwarte ich etwa zwei bis drei Wochen nach der Verpuppung, also um den 20. Juli 2021.


18. Juli 2021

Nach einem Kurzausflug stellte ich am Abend fest, dass zwei Schmetterlinge geschlüpft waren und bereits voll ausgebildet am Gewebe des Aerariums zu schlafen schienen. Ich stellte die vorher konstruierte Futterschale mit Zuckerwasser (Mischverhältnis 1 : 5) auf, damit die Schmetterlinge sich am Morgen «bedienen» konnten.


19. Juli 2021

Am nächsten Morgen war es dann soweit. Die beiden Schwalbenschwänze - meiner Meinung nach Männchen - breiteten ihre Flügel aus und warteten geduldig auf die morgentlichen Sonnenstrahlen.
Nur 45 Tage nach der Eiablage flatterten die beiden dann gemütlich dem blauen Himmel entgegen.


16. - 22. Juli 2021

Da ich in kurzer Zeit über 40 Eier am Wilden Fenchel sammelte, habe ich die Aerarien ausgebaut. Zwei Aerarien beherbergen nun die Eier und Raupen der zweiten Generation.